Muskelaufbau

Pferde sind von Natur aus ebenso wenig als Reittiere geschaffen, wie der Mensch beispielsweise zum Skilaufen. Sollen sie das ungewohnte Reitergewicht ohne Schaden tragen, müssen sie auf richtige Weise dafür bemuskelt, trainiert und gymnastiziert werden …

Zu Zeiten unserer Urgroßväter waren Pferde noch Arbeitstiere. Ihre körperliche Fitness und Leistungsfähigkeit war das Kapital, das die Menschen zum eigenen Überleben nutzten. Oft waren diese Pferde bis zu 12 Stunden am Tag im Einsatz, zogen Wägen oder arbeiteten am Feld. Nach getaner oder an den Sonntagen wurden sie dann auch mal geritten. Dies stellte aber die Ausnahme da! Sie wuchsen in ihre Aufgaben hinein! Arbeitsstuten hatten oft nur um den Geburtstermin ihrer Fohlen wenige Tage Auszeit. Dann mussten sie wieder ins Geschirr. Ihre Fohlen liefen nebenher und wurden so automatisch fit.
Heute sind unsere Pferde Freizeitpartner oder aber hoch spezialisierte Sportler.

Welche Muskelfasern im Pferd besonders gut ausgeprägt sind, ist in der Zucht verankert.  Muskeln, die speziell für die Ausdauer taugen, sind anders gestrickt als Muskeln für die Schnellkraft. Ausdauertypen wie Araber haben viele rote Muskelfasern, die ihre Energie aus dem Sauerstoff gewinnen. Sie kontrahieren und ermüden nur recht langsam. Sprinter wie Quarter Horses haben viele weiße Muskelfasern, die für das Tempo sorgen, aber auch sehr rasch erschlaffen.

Die Muskulatur Ihres Pferdes sollte langsam und stetig wachsen. Das Training mit dem Horse-Bodyformer, die Langzügelarbeit, das Faszientraining und die Equikinetic  unterstützen uns hier in erster Linie vom Boden aus. Aber auch im Sattel erzählen wir mit den blau/gelben Übungen der Dual-Aktivierung eine gute Einwirkung auf die Muskulatur.

Ein losgelassenes, willig vorwärts gehendes Pferd, mit einem locker schwingenden Rücken ist das Ziel eines jeden Reiters! Durch ein konstantes Muskelaufbautraining erreichen wir dieses Ziel im optimalsten Maße! Der Aufbau beginnt bei den Grundstrukturen der Stützmuskulatur und schafft so ein stabiles und tragefähiges Fundament. Die Bemuskelung erfolgt dadurch gleichmäßiger und fördert so die Bewegungsfreiheit, die Aufrichtung und führt zu einem verbesserte Körper- und Gangbild. Die körperliche Schiefe und auch falsche Muskelpartien werden so ausgeglichen.
Nur ein optimal trainierter Muskel kann auch gut arbeiten und das Skelett vor weiteren Erkrankungen des Bewegungsapparates schützen.

Ganz besonders die Bemuskelung des Unterbauches und des Rückens ist essentiell für Ihr Pferd. Ebenso die Muskulatur der Oberhalslinie. Ausgleichsmuskulatur durch falsche Belastung oder Schonhaltung bzw. falsch trainierte Muskeln (wie z.B. ein starker Unterhals) sind in der Regel verspannte Muskelpartien, die in weiterer Folge ein Netz von Blockaden, durch den ganzen Pferdekörper spannen. Die Muskulatur ihres Pferdes neigt so im Laufe der Zeit dazu sich ungleichmäßig auszubilden. Auch an anderen Körperregionen werden muskuläre Verspannungen aufgebaut.

Bei meiner Arbeit achte ich besonders darauf, dass die Muskulatur die Möglichkeit hat, sich wieder zu entspannen und zu erholen!

 

Muskelaufbautraining nach der Rekonvaleszenz

War Ihr Pferd verletzt oder krank?
Musste Ihr Pferd im aktiven Training pausieren?

Gerade nach längeren Steh- oder Ruhephasen ist ein besonders langsamer und vorsichtiger Muskelaufbau notwendig, um keine neueren Verletzungen zu riskieren oder eine zu starke Übersäuerung der Muskeln zu verursachen. Wir möchten Ihr Pferd ja nicht von Grund auf überlasten.

Je nach Alter des Pferdes, dem momentanen muskulären Zustand seines Körpers und der eventuellen Nachbelastung, kann man davon ausgehen, dass der Muskelaufbau in der Rekonvaleszenz zwischen 3-6 Monate dauern wird! Natürlich immer unter der Voraussetzung, dass auch ein individueller und konsequenter Trainingsplan ausgearbeitet und eingehalten wird.

Nach dem allgemeinen Auflockern der Muskelpartien, starten wir idealerweise vom Boden aus mit dem Horse-Bodyformer oder der Equikinetic um Ihrem Pferd das Gleichgewicht und seine alte Sicherheit wieder zu geben. Wir möchten Ihm ein gutes Körpergefühl bieten! Mein Hauptaugenmerk liegt hier auf der Hinterhand und der Rückenmuskulatur. In diesem Zusammenhang wird auch die Bauchmuskulatur ganz besonders trainiert, denn sie sind die Gegenspieler des Rückens und müssen folglich genauso beachtet werden. Im Laufe des Muskelaufbaus finden auch die Dual-Aktivierung und die Langzügelarbeit ihren Platz und vervollständigen unseren Trainingsplan. Sie bringen immer wieder neue Reize in die Arbeit, holen das Pferd gezielter über den Kopf ab und stärken es von innen heraus.